Ein Neuanfang

Liebe Leute,

manchmal muss etwas ein Ende finden, damit etwas Anderes kommen kann. So ist es jetzt auch bei mir. Nach ca. 2 Jahren in der Einsiedelei werde ich diese verlassen und wieder zurückziehen ins schöne Lavanttal in Österreich, wo auch mein ehemaliges Kloster ist.

Dieser Umzug ist für mich was ganz Besonderes, denn für mich heißt das nicht nur, dass ich einen neuen Wohnort habe, sondern auch, dass ein ganz neues Leben beginnt. Denn sobald ich umgezogen bin, werde ich nicht länger Bruder Cyprian sein.

Die Zeit in der Einsiedelei war für mich von Anfang an mit großen Schwierigkeiten verbunden und wenn man weltlich sprechen wollte, dann könnte man jetzt sagen, ich habe wohl einfach „kein Glück“ gehabt. Ja, für mich gab es in diesen gesamten 2 Jahren leider keinen einzigen schönen Moment und das hat mich tief geprägt.

Angefangen von übergebliebenen Schwierigkeiten mit dem ehemaligen Oberen meines Klosters, über das gezwungene melden als arbeitslos bis hin zu einem fast vollständigen finanziellen Ruin dank des deutschen Staates. Zuletzt noch der Verlust einer meiner geliebten Katzen. Ich könnte die Liste auch noch beliebig fortsetzen.

All diese Dinge aneinandergereiht haben einen tiefen Eindruck hinterlassen und einen Denkprozess gestartet, der jetzt mit dem Wegzug seine Vollendung findet.

Ich bin sehr froh, jetzt in eine neue Zukunft zu blicken und im Leben einen kompletten Neustart zu machen. Nach der langen Zeit, die für mich nur aus Bitterkeit bestand, tut es sehr gut, wieder die warme Sonne im Leben zu spüren!

Von einem ehemaligen Mitbruder bekam ich das Angebot, in einem Pfarrhof in seiner Pfarre als Messner zu wohnen. Da es mich eh wieder zurück ins schöne Lavanttal zog, packte ich dann ein paar Sachen zusammen, besuchte ihn und wir haben gemeinsam das Haus angeschaut. Was soll ich sagen? Es ist ein Traum! Schon vom ersten Moment an hat es mich verzaubert und ich wusste: Das ist es!

Nach einer langen Phase des Wartens und Klärens kam dann letztendlich von der Diözese die finale Nachricht: Ich kann einziehen!

Mit diesem Schritt endet für mich das Leben als Person des geweihten Lebens. Das heißt ich bin kein Mönch mehr und somit auch kein „Bruder“ oder „Frater“ mehr. Ich werde einfach wieder Robert Walter sein. Ich versehe zwar oben am Berg dann noch den Dienst des Messners und kümmere mich um Kirche und Grundstück, aber bin nicht an Gelübde oder Versprechen gebunden und somit wieder „frei“. Also ich darf dann auch wieder eine Partnerin haben, darf Dinge unternehmen wie ins Theater oder auf den Flohmarkt zu gehen (als Eremit nicht erlaubt!).

Die größte Schwierigkeit für mich als Einsiedler war jetzt das komplette Alleinsein. Ich habe gemerkt, dass es für mich ganz ohne Partnerin, Freunde und Familie nicht funktioniert. Hier in Niederbayern war ich ja weit weg von allen. Zwar werde ich mit dem Umzug sogar noch etwas weiter von meiner Familie weg sein wie jetzt, aber ich kenne dort so viele Leute und das wichtigste für mich ist eine bessere Hälfte, die mit mir durch dick und dünn geht. Ohne diese würde ich mich auch im Allgäu, wo meine Heimat ist, einsam fühlen und so entschied ich mich jetzt dazu, das Angebot des ehemaligen Mitbruders anzunehmen.

Da ich das Gewerbe auch weiterhin betreiben möchte, werde ich auch bald wieder für euch da sein. Ich muss jetzt bloß hier in Deutschland alles abmelden und dann nach dem Umzug alles in Österreich wieder anmelden. Danach könnt ihr wieder alle guten Produkte genießen 🙂

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